Der ultimative Pommesbudentest

Bei Käthe

Imbiss Käthe Brüssel, Alte Landstraße, Klinkum
Öffnungszeiten: Di bis Fr 11.30-14.30, 17.00-22.00, Sa+So 17.00-22.00, Mo Ruhetag
Getestet seit: dem Einzug

Bekanntschaft haben wir mit dem Imbiss Brüssel direkt am ersten Tag gemacht: Die Helfer werden sich bestimmt noch erinnern... Erstaunen bereitet uns zuerst die lange Warteschlange (die mitunter an Menschenmassen, Volksversammlungen und Großdemonstrationen erinnert), direkt danach die Zubereitungsform: Sowohl die Pommes als auch die Würste kommen zur gleichen Zeit in die gleiche Fritöse, in der eventuell auch noch eine Fleischkrokette und eine Frikadelle vor sich hinschwimmen und in der mit allerlei Besteck regelmäßig gerührt, gepickt und gefischt wird. Das alles macht durchaus einen gewollten und auch sympathischen Eindruck. Die Currywurst wird liebevoll von Hand geschnitten und angerichtet, auch nach dem Schärfegrad wird gefragt. Die Menge ist durchaus als üppig zu bezeichnen, die Preise treiben einem Freudentränen in die Augen. Wo bekommt man sonst eine kleine (allerdings wirklich sättigende!) Portion Pommes für 60 Cent?

Der übliche Kunde bei Käthe scheint nicht nur für seine Familie sondern für den gesamten Wohnbezirk einzukaufen. Bestellungen unter 5 Kilo werden zügig nebenbei bearbeitet. Selbst solche riesigen Bestellungen mit den unterschiedlichsten Sonderwünschen merkt sich Käthe auf Anhieb und muss nicht einmal nachfragen. Den Smalltalk muss man selbst anregen, und das Gespräch tröpfelt dann höflich vor sich hin. Die Speisen sind sehr schnell fertig und werden routiniert eingepackt. Besonderer Clou: Das Einreißen der Verpackung (galant schwungvoll aus dem Handgelenk ausgeführt) verhindert das Durchmatschen des Inhalts. Nachteilig: Durch die Reihenfolge der Zutaten klebt das Currypulver beim Auspacken am Papier.
Unser erster Eindruck - der sich bis auf wenige male immer wieder bestätigte: Einfach nur lecker! Es stimmt einfach alles, besondere Erwähnung verdienen die großen Zwiebelringe, die der Spezialsoße den letzten Pfiff geben. Junkfaktor: 100%!

Ist man erst einmal gesättigt betrachtet man das Etablissement, in dem man gerade gespeist hat, vor seinem geistigen Auge doch aus etwas anderem Blickwinkel. Die Kombinationen in der Fritöse beginnen befremdlich anzumuten. Auch kleinere Einzelheiten im kosmetischen Erscheinungsbild treten erst an diesem Zeitpunkt zutage. Ein leichtes Katergefühl ist selten zu leugnen.

Fazit:

Alles in allem sind die Speisen vorzüglich, und wir hätten uns lange Zeit nicht träumen lassen, dass auch andere Pommesbuden dieses Niveau nur annähernd erreichen könnten. Allein der wegbergsche montägliche Ruhetag nötigte uns, unseren brennenden Hunger im Exil zu stillen und die gewohnten Gefilde zu verlassen. Aber klar ist: Alle Buden im Test müssen sich an Käthe messen, und es wird schwer sein, neben ihr zu bestehen.



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Bzzzzzzzzzzz am 04.09.2004 11:04:17     [ Nach oben ]