Anlehnungsbedürftig (1)

Hier findest du die Beiträge des Monats Januar 2007.
1273 Tage!
Davon 636 Tage in Klinkum und 637 Tage
im Lindenhof.
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Kommentare: 734
Es kommt immer wieder mal die Frage, ob’s mir denn alleine im Wald nicht langweilig sei - schließlich ist Benedikt unter der Woche meist in Köln, und an Wochenenden zur Zeit häufig auf einem Lehrerkurs in Damme. Nun ich kann sagen: Nein, mir ist nicht langweilig. Neben zahlreichen anderen Dingen haben wir ja immerhin Netzzugang - zumindest wenn’s nicht stürmt - und außerdem lädt ja schließlich eine wunderschöne Landschaft zu langen Spaziergängen ein. Keinesfalls geht es mir so wie dem Herrn Wirrkopf:

(© www.schnutinger.de. Mit einem lieben Dank an Ute für die Erlaubnis!)
Nun sind die Schnuten also wieder online. Wenn ich mir so die vielen Bilder der Sturmschäden in den Nachrichten der letzten Tage ansehe, sind wir nochmal sehr glimpflich davon gekommen. Ein paar Dachziegel, die am nächsten Morgen direkt ersetzt wurden, einige umgestürzte Bäume - auch im “Vorgarten”, glücklicherweise nicht direkt am Haus - und, wie erwartet, eine gekappte Telefonleitung. Der Zufahrtsweg zum Haus war bereits am frühen Morgen wieder passierbar.

Die Zeit ohne Telefon war mal wieder eine nette Erfahrung. Ein Dauerzustand sollte es zwar nicht sein, aber für die paar Tage war’s okay. Allerdings waren ein paar andere Gedanken während der letzten Tage sehr präsent: Was ist, wenn du jetzt wirklich dringend Hilfe brauchst? In der Sturmnacht ging es auch hier - wie man sich vielleicht vorstellen kann - recht lebhaft her. Aber auch die Tage danach wären Telefonate nur mit einigem Aufwand möglich gewesen, zumal die Nachbarn vor dem Sturm Reißaus genommen hatten
- also sozusagen “Stef allein im Wald”.
An den beiden Tagen nach “Kyrill” hatte ich lediglich einen kleinen Spaziergang unternommen - klar, ich brauchte ja Fotos für diesen Eintrag - aber bei den sehr heftigen “Nachwehen” des Sturms und den massenhaft schiefstehenden Bäumen und losen Kronen zog ich die schützenden Hallen doch vor.

Eines ist mir in diesen Tagen wieder einmal bewusst geworden: Der Gedanke, der Mensch könne die Natur bezwingen, ist lediglich eine Illusion. Nach einem solchen Ereignis begegnet man dem Wald doch noch mal mit deutlich mehr Respekt…
Seit ein paar Minuten funktioniert das Telefon wieder! *freu* Ein paar Gedanken zu der stürmischen Einsamkeit gibt es, sobald ich die Mails der letzten Tage abgearbeitet habe. Also irgendwann heute Nacht…
Nachdem der Sturm die Sat-Antenne verweht hat und der Lindenhof keine Datenverbindungen mehr hatte, segnete auch die Überlandleitung für das Telefon einige Stunden später das Zeitliche.
Wie auf unserer Erreichbarkeitsübersicht zu sehen, kann man uns nur noch erreichen, indem man an der Tür klingelt, oder ein Care-Paket abwirft.
Noch ist es klasse, vor der Türe zu stehen und sich mal so richtig durchpusten zu lassen - nur hin und wieder wandert ein banger Blick in die Baumkronen.
Die Fensterläden sind festgezurrt, der beim letzten Sturm durch die Gegend geflogene Gartentisch steht brav in der Scheune. Ob die Zufahrtswege noch frei sind? Zumindest in der letzten Stunde kam hier kein Auto mehr vorbei. Aber die Vorratsschränke sind gut gefüllt.
Noch steht die Verbindung ins Netz, es hat also weder der Wind die Schüssel gedreht, noch ein Ast die Überlandleitung zerstört. Aber der richtige Sturm soll ja erst im Laufe des Tages kommen. Wenn also bei den Schnuten plötzlich Funkstille herrschen sollte, möge man sich nicht wundern…
Die Schnuten sind ja berüchtigt für ihre Pizzavariationen. Heute gab’s bei Stef zum Abendessen “Pizza Honolulu”:

Als Original dient eine Dr. Oetker Pizza Hawaii. Sie wird ergänzt mit
Eigentlich fehlte noch zusätzlicher Streukäse, und auch Zwiebeln hätte dem Ganzen noch eine individuelle Note verliehen. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, wie Feta dazu passt - aber für mich passt der eigentlich immer!
Deutschland Mitte Januar: In dicke Jacken eingepackt kämpfen sich die Menschen durch die klirrende Kälte, kleine Eiszapfen wachsen in Sekundenschnelle unter den Nasen, und wenn man abends nach Hause kommt, dann setzt man sich mit Glühwein wärmend vor den Ofen, der nur mit Mühe der Kälte Herr wird. Oder so ähnlich.

In diesem Jahr genießt man dann doch eher das milde Wetter und nutzt es zu kleinen Wanderungen. Benedikt ist ja bekennender Fan der Klimaerwärmung, und auch Stefan findet Spaziergänge bei diesen Temperaturen deutlich angenehmer. Über die Schwellen der stillgelegten Munitionsbahn zu wandern ist übrigens gar nicht so einfach…
Dass es bei Wolle manchmal etwas schärfer wird, wissen seine Stammkunden. Nun hat LeChef aber ein leckeres Sößchen geschenkt bekommen, vor dessen Verzehr sogar er ein paar Warnhinweise ausspricht! Zugegeben, bereits das Etikett sieht schon interessant aus:

Aus sicherer Distanz beobachtet Wolle das Experiment. Sein Tipp: Nur die Spitze des Zahnstochers ganz vorsichtig eintauchen, und dann direkt auf die Mitte der Zunge träufeln.

Öha! Offenbar stand nicht umsonst auf dem Etikett, dass man den Kontakt mit Haut und Augen unbedingt meiden sollte. Hm, die Zunge war aber nicht ausdrücklich erwähnt.

Da hilft dann nur noch alte Hausmittelchen: Ein Glas Milch!

Spät abends Am nächsten Morgen konnte Benedikt dann übrigens auch wieder feste Nahrung zu sich nehmen.
Zu erwähnen bliebe noch, dass diese verkostete Variante die harmloseste der angebotenen Soßen ist, und dass sie - im richtigen Mischungsverhältnis genossen - durchaus schmackhaft ist!